Geschichtliches - Freie Ritterschaft zu Münzenberg

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Kleine Erläuterung zu der Geschichte des Templerordens



Nach dem Ende des ersten Kreuzzuges 1099 und der Eroberung von Jerusalem gründen die Ritter Hugues de Payens, Godefroi de Saint Omer, Hugo aus der Champagne und sechs weitere Ritter 1118 die Bruderschaft der »Pauperes Commilitones Christi« (die Armen Soldaten Christi).

König Balduin II. von Jerusalem, ein Vetter Gottfrieds von Bouillon, den Eroberer von Jerusalem, weist ihnen 1119 einige Gebäude im Bereich des ehemaligen Tempels Salomons als Unterkunft zu. Fortan wird die Bruderschaft als Ritter vom Tempel zu Jerusalem (Militia Templi Hierosolymitani) bezeichnet. Sie verkörpert die erste Verschmelzung der Grundsätze des Mönchtums und der Ritterschaft.
Der geistige Vater und Protektor dieser Idee der christlichen Ritterorden ist der Abt des Zisterzienserordens und Kirchenlehrer Bernhard von Clairvaux. Er verfaßt auf die Bitte Hugues de Payens für den Templerorden die Ordensregeln, die 1128 von Papst Honorius II. auf dem Konzil von Troyes bestätigt werden. Als Symbol der Reinheit ihres Lebens erhalten die Ordensritter den weißen Mantel und im Jahre 1145 gewährt Papst Eugen III. den Templern als erstem Orden das Recht zu, das rote Kreuz als Symbol für den dauerhaften Kreuzzug und des Blutes Christi, permanent zu tragen. Zu einer der ersten Aufgaben des Ordens gehört der Schutz der Pilger auf dem Weg in das Heilige Land und vor Ort.

Somit wurden die TEMPLER, wie sie umgangsprachlich genennt wurden, zum ersten Ritterorden.

Nach dem Vorbild der Templer wurde später auch der Orden vom Hospital des Heiligen Johannes, auch Hospitaliter oder Johanniter genannt, zu einem kämpfenden Orden umgewandelt und auch andere neue Orden gegründet wie z.B. der Deutschritter Orden.
Auf Grund der strammen Organisation und der harten Disziplin, gestützt durch das Ordensgelübde, gewannen die Templer in kurzer Zeit nicht nur militärische Erfolge und politische Anerkennung, sondern avancieren auch zu einer der bedeutendsten Machtorganisationen in der damaligen Welt von Orient und Okzident. Der Templerorden erhält in den folgenden Jahren große Unterstützung, Schutz und Privilegien durch die katholische Kirche. Dazu gehörten z.B. die Befreiung von Abgaben und Steuern und gleichzeitig die Erlaubnis, diese selbst erheben zu dürfen, ebenso zur Errichtung eigener Kirchen und Friedhöfe. Darüber hinaus untersteht der Orden nunmehr ausschließlich der Jurisdiktion des Heiligen Stuhles in Rom.
Gleichzeitig mit den militärischen und diplomatischen Erfolgen im Heiligen Land entwickelt der Orden wirtschaftliche und kaufmännische Grundlagen im Bereich der Verwaltung, des Geldverkehrs und der Organisation von Transport und Logistik. Diese Kenntnisse reichen federführend bis in unsere heutige Zeit und verschaffen dem Orden Anerkennung, Macht und Reichtum.
Nach acht Kreuzzügen, dem Untergang von Königreich Jerusalem und dem Verlust der letzten Besitzungen im Heiligen Land 1302 sind die Ressourcen und damit das Interesse des Abendlandes erschöpft, weitere Aktivitäten zur Rückeroberung der heiligen Stätten und möglicher Pilgerreisen zu unternehmen. Dies bedeutet den Wegfall der Grundidee der Mönchsritterorden.

Die Johanniter ziehen sich nach Rhodos und später nach Malta zurück und werden später deshalb auch Malteser genannt. Sie widmen sich vornehmlich der Aufgabe der Versorgung und Pflege Kranker und Bedürftiger und entwickeln somit zunehmend karitative, medizinische Aufgaben.

Der Deutschorden etabliert ein eigenes Staatsgebilde in Ostdeutschland mit dem Hauptsitz in der Marienburg (Malbork) und geht staatlichen Aufgaben nach, die seine militärischen Ziele in Palästina völlig ersetzen und organisier "Kreuzfahrten" (bewaffnete militärische Unternehmungen) gegen die Heiden im Osten.

Der Templerorden, der sich zunächst auf Zypern niederläßt, verlagert seinen Hauptsitz nach Paris. Sein bestens etabliertes Wirtschafts- Finanz- und Logistiksystem funktioniert weiterhin perfekt und beschert dem Orden immer mehr Macht und Einfluss, ohne eine eigentliche Daseinsberechtigung, denn der Grund, militärische Aktionen im Heiligen Land zu finanzieren, existiert nicht mehr. Dies ruft Neid und Mißgunst auf den Plan. Einer der größten und auch mächtigsten Neider ist der hoch verschuldete französische König Philipp der Schöne. 1305 gelingt es Philipp, den ihm ergebenen Erzbischof von Bordeaux, Bertrand de Got, in Lyon als Clemens V. zum Papst zu erheben, was seine weitere Vorgehensweise gegen den Templerorden erleichtert, denn nun ist der Heilige Stuhl, als oberste juristische Instanz über die Templer, praktisch in seiner Hand.

Am 13. Oktober 1307 lässt er alle Templer in Frankreich und in den mit Frankreich Verbündeten Ländern arrestieren.
Falsche Anschuldigungen, vermeintliche Widersprüche und durch Folter erpreßte Geständnisse führen zu noch mehr Mißgunst und zu Schauprozessen. Philipp der Schöne nutzt die, von ihm herbeigeführte Schwächung des Papstes und erreicht schliesslich 1312 die Aufhebung des Templerordens. Nach dem Verlust der kirchlichen Protektion kommt es zu einer raschen Verurteilung der Templer und am 18. März 1314 werden, der Großmeister Jacques de Molay sowie einige seiner Vertrauten in Paris durch den Befehl des Königs auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Bild von Mariusz Kozik                 .
aus seinem Buch: "Glory to the Heroes"     .

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